Volles Kartoffellager: Wie das System des Großhandels erstklassige Lebensmittel zu Tierfutter macht

Lasst uns etwas dagegen tun und helft uns bei leeren unseres Lagers!


UPDATE (13.5.2026, 23:00 Uhr): Wir danken euch vielmals für eure Unterstützung. Dank eurer schnellen Hilfe haben wir unsere Lager tatsächlich vollständig leeren können! Wir freuen uns riesig über euren Zuspruch und euer Feedback zu unserem Bericht. Wenn ihr mögt, dass wir euch auf dem Laufenden halten und ihr eventuell auch den Beginn unserer neuen Kartoffelernte im September nicht verpassen wollt, könnt ihr euch .

(12.5.2026)

Wir müssen heute mal ganz offen mit euch reden.

Unsere Kartoffellager sind aktuell noch gut gefüllt – und wir stehen vor einem riesigen Problem. Wir haben in diesem Jahr eine fantastische Ernte eingefahren. Viel Handarbeit, bestes Wetter und die gewohnte Bioland-Qualität stecken in unseren Knollen. Doch nun drohen rund 70 % unserer leckeren Speisekartoffeln als Futterkartoffeln für Tiere zu enden.

Warum? Weil wir die bittere Realität des Kartoffelhandels gerade wieder voll zu spüren bekommen.

Ausreden statt Abnahme

Ein Akteur, mit dem wir seit Jahren zusammenarbeiten und der fest als Abnehmer eingeplant war, hat uns kurzfristig sitzen lassen. Man muss dazu wissen: In Norddeutschland gibt es nur etwa 3 bis 4 große Akteure, die relevante Kartoffelmengen abnehmen. Ist der Markt wie in diesem Jahr mit einer Rekordernte übersättigt, geraten langjährige Partnerschaften schnell in Vergessenheit. Statt Mengen fair auf alle Partner-Landwirte aufzuteilen, wird nach Belieben eingekauft und vielen Höfen einfach willkürlich abgesagt.

Um diese Absage bei uns zu rechtfertigen, ließ man sich extra ein Muster unserer Ernte schicken, nur um uns im Anschluss mitzuteilen, unsere Ware sei plötzlich ungeeignet. Angeblich vorhandene Mängel wurden schlichtweg frei erfunden. Unsere Belana schmeckt hervorragend und sieht makellos aus. Den besten Beweis dafür liefert nicht der Handel, sondern ihr: Knapp 2.500 Bestellungen, die wir seit Erntebeginn bereits an euch verschickt haben, und euer tolles Feedback bestätigen die einwandfreie Qualität.

Kein Einzelfall: Die Willkür der Großhändler

Diese Art der Zusammenarbeit ist leider kein Einzelfall, sondern hat System. Bereits vor wenigen Jahren erlebten wir eine ähnliche Situation mit dem größten Bio-Kartoffelhändler Norddeutschlands, der bis dahin ca. 70–80 % unserer jährlichen Ernte abnahm.

Damals fragte Ende Januar ein befreundeter Landwirt bei uns an. Seine eigene Ernte war schlecht ausgefallen und er brauchte dringend Kartoffeln für seine Direktvermarktung. Wir hatten noch Lagerbestände und haben gerne ausgeholfen, indem wir ihm etwa 10 % unserer Ernte verkauften. Wichtig dazu: Es gab mit dem großen Händler keinerlei Exklusiv-Vereinbarungen. Die Zusammenarbeit lief immer „auf Zuruf“. Zum Zeitpunkt unseres Verkaufs an den Kollegen lagen uns keine Anfragen oder Bestellungen des Händlers vor.

Im Folgejahr, im Rahmen der turnusmäßigen Abfrage der Ernteerwartungen genau dieses Händlers, teilten wie gewohnt unsere Mengen mit. Die Reaktion des Einkäufers war ein lapidarer Zweizeiler, der uns fassungslos machte:

"Im letzten Jahr, als wir zu wenig Kartoffeln hatten und unbedingt die Mengen brauchten, habt ihr sämtliche Mengen anderweitig vermarktet (ohne mit uns zuvor zu sprechen). Ich schlage vor, dass ihr es auch in diesem Jahr macht, wo wir zu viel Ware haben und wir die Kartoffeln definitiv nicht brauchen."

Unsere nachbarschaftliche Hilfe unter Landwirten wurde uns also um die Ohren gehauen und die Zusammenarbeit aus reinem Trotz und Überheblichkeit per E-Mail beendet.

Es geht um Existenzen

Dieses Erlebnis war damals der Auslöser für unseren Senior-Landwirten, unseren Kartoffelanbau drastisch auf nur noch 20 % der ursprünglichen Menge zu reduzieren. Die Abhängigkeit von der Willkür einzelner Personen ist schlicht ein zu großes Risiko.

Baut ein Landwirt beispielsweise 30 Hektar Kartoffeln an und hat das Pech, dass seine Nase dem Handel spontan nicht mehr passt, sprechen wir über einen ausbleibenden Umsatz von rund 750.000 €. Man spricht gerne davon, dass die Landwirtschaft das Rückgrat der Gesellschaft sei – doch in der Realität wird einem Landwirt durch die Überheblichkeit einzelner Personen von heute auf morgen die Lebensgrundlage entzogen.

Wer wagt unter solchen Bedingungen noch Investitionen in die Zukunft, wie etwa den Bau einer neuen Lagerhalle? Man braucht sich nicht zu wundern, wenn bei solch einem Geschäftsgebaren immer mehr heimische Bio-Betriebe ganz aufgeben und wir perspektivisch noch mehr anonyme Ware aus dem Ausland importieren müssen.

Wir machen dieses Spiel nicht mit – und brauchen euch!

Wir möchten dieses Spiel nicht mehr mitspielen und unsere hochwertigen Lebensmittel nicht als Tierfutter enden lassen. Dies ist es nämlich, was viele Kartoffelbauern in diesem Jahr erwartet. Auch uns wurden kürzlich erst beste Speisekartoffeln als Futterkartoffeln angeboten. Landwirte hoffen, so zumindest noch einen kleinen Ertrag mit Ihrer Ernte zu erwirtschaften. Wir wenden uns nun also direkt an euch, um unsere Lager leer zu bekommen.

Um das zu schaffen, haben wir den Preis für unsere festkochende Belana im Shop zum finalen Abverkauf um 50 % gesenkt (ohne Rabattcode).

Da wir als einzelner Hof keine riesige Reichweite haben, sind wir jetzt auf eure Hilfe angewiesen:

  • Teilt diesen Beitrag: Leitet ihn gerne an eure Freunde, die Familie oder in euren Netzwerken (WhatsApp, Facebook, Instagram etc.) weiter. Helft uns, auf diesen unfairen Umgang mit unserer heimischen Landwirtschaft aufmerksam zu machen.
  • Rettet die Ernte: Macht auf unsere Aktion aufmerksam und sichert euch unsere tolle Ernte zum halben Preis!

Lasst uns gemeinsam zeigen, dass echte Wertschätzung für ehrliche Lebensmittel stärker ist als die Willkür des Großhandels. Helft uns, die Lager zu leeren!

Danke, dass ihr an unserer Seite steht! 🌿🥔
Euer Team vom Biohof Stövesandt